Als Zahlungsmittel wurde der Linden-Dollar (L$) eingebunden. Eine virtuelle Währung, die transferiert werden kann zur realen Währung, dem US$. Damit kann Second Life auch im realen Wirtschaftskreislauf operieren. Es kann und darf nach eigenem und freiem Ermessen, mit allen selbst kreierten Objekten und darüber hinaus auch mit vielen anderen Objekten innerhalb der Second Life Welt gehandelt werden. Dies hat zur Folge, dass sich bereits zahlreiche, real existierende Unternehmen, im Grid präsentieren. Wie im Web allgemein zu beobachten ist, stellen sich jedoch auch bei Second Life immer mehr sexuelle Angebote dar. Obwohl Linden Lab auch Glücksspiele mit Wetteinsatz seit 25. Juli 2007 offiziell nicht mehr duldet, finden diese jedoch weiterhin statt, wenn auch in geringem Ausmaß.7
Der Programmschwerpunkt liegt in der Erstellung von Inhalten sowie in der Interaktion zwischen den Benutzern. Der Betreiber gibt absolut keine Regeln vor, wie Avatare oder die Welt, in der sie sich bewegen, gestaltet werden kann. Dadurch haben sich viele thematische gebundene Gemeinschaften formiert in denen nach eigenen Benutzerregeln agiert wird. Nutzer treten meist als humanoide Avatare, als Furrys (Tiere mit menschlichen Zügen), Vampire oder Gestalt aus der Sagenwelt auf.16
Die Client-Software stellt dem Benutzer Werkzeuge zur Verfügung, um Avatare zu gestalten oder sonstige Objekte zu kreieren und damit kann durch die Second Life Welt zu navigieren. Eine erweiterte Kamersteuerung ermöglicht das Betrachten der Second Life Welt in komfortabler Weise. Darüber hinaus bietet die Software die Möglichkeit, mit anderen Nutzern zu kommunizieren. Durch eine interne Suchmaschine, die es ermöglicht Landmarken zu setzen, um sich durch die Second Life Welt teleportieren zu lassen, wird die Navigation zusätzlich erleichtert.4
Nicht nur, dass unglaublich vielseitige Animationen abgespielt werden können, wie beispielsweise “in die Hände klatschen”, “Pfeifen” oder auch “Ausbuhen”. Es können darüber hinaus eigene Animationen erfunden werden, welche in das System hochgeladen werden. Hunderte von Animationen stehen schon bereit und können uneingeschränkt erweitert werden. Soll die Animation “in die Hände klatschen” abgespielt werden, kann dies durch Eingabe von “clap” im Chatfenster durchgeführt werden. Seit der neuen Voiceintegration werden animierte Gestikulationen via Animationsset abgespielt, sobald der Benutzer hinter dem Avatar ins Mikrofon spricht.18
Da sich Avatare derart unterschiedlich gestalten lassen, dass keiner dem anderen gleicht, ist eine hohe Identifikation jedes einzelnen Avatars gegeben. Mehr als 200 Parameter stehen zur Verfügung und so kann unglaublich vielfältig und bis ins kleinste Detail justiert werden. Darüber hinaus kann die Kleidung beliebig gestaltet werden und Accessoires wie Ohrringe oder Piercings zugefügt werden. Sogar Körperteile von anderen Objekten können übernommen werden. Dies wird vor allem für Haare, Schuhe oder Röcke genutzt. Standard Animationen werden mit der “Animation Overrider” überschrieben, um Bewegungsabläufe korrekt darstellen zu lassen. Dies ist beispielsweise notwendig, um das Gehen auf vier Beinen zu simulieren.17
Zusätzlich gibt es auch Gebiete, in denen Waffen angewandt werden dürften. Hier erinnert Second Life an die klassischen Fantasy Rollenspiele, in denen man in Kellergewölben mit Schwert und Rüstung auf Monsterjagd geht. Am Eingang werden die jeweiligen Waffen erworben und schnell wird man zu einem Egoshooter oder einem Third Person Shooter.
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Um die Second Life Welt darzustellen, betreibt Linden Lab eine große Serverfarm. Diese wird auch Grid, (übersetzt: Gitter) genannt. Die Darstellung erfolgt als kontinuierliche 3D-Animation um dem Nutzer ein Raumgefühl zu verleihen. Zusätzlich ist es möglich, Audio- und Videostreams einzubinden.3
Linden Lab entwickelte das System 1999 in San Francisco. Seine Vision war es, eine Metaversum zu gestalten, welches der inhaltlichen Beschreibung des Romans Snow Crash gerecht wird: “Eine vom Benutzer bestimmte Parallelwelt von allgemeinem Nutzen, in der Menschen interagieren, spielen, Handel betreiben und anderweitig kommunizieren können”. Der Präsentation von Second Life im Sommer 2002 folgte eine Betatestphase und seit 24. Juni 2003 ist das System online. 2
Was ist Second Life?
Second Life ist eine virtuelle Welt und wird von den Benutzern in einer Online-3D-Infrastruktur gestaltet. Menschen interagieren via Avatare, betreiben Handel, spielen und kommunizieren auf verschiedene Weise miteinander. Second Life bedeutet “zweites Leben” und wird abgekürzt “SL” genannt. Das System ist seit 2003 auf dem Markt und hat bereits 15 Millionen registrierte Benutzer. Gleichzeitig eingeloggt sind rund 60.000 Anwender, und das rund um die Uhr. 1